Hemdkragen - die Herkunft und Grundlagen

Hemdkragen - die Herkunft und Grundlagen

Hemdkragen - Geschichte und Zweck

Ein Hemd hat immer einen Hemdkragen. Demnach stellt sich die Frage, wie es dazu kam und wozu dieser dient.
Die ersten Kragen kamen aus dem 16. Jahrhundert hervor. Es waren sogenannte Mühlsteinkrausen. Aus Leinen bestehende und mit Falten besetzte, zudem mit einem Stahldraht gestärkte Leinen, die mehr als 10 Zentimeter rund um den Hals getragen wurden. Die Größe dieses Kragens nahm so sehr an Beliebtheit zu, dass sich reiche Aristokraten extra füttern ließen, da sie mit ihren Armen die Gabel nicht eigenständig zum Mund führen konnten. Besonders beliebt war dieser Riesenkragen in Spanien, wo er als es Überhand nahm, verboten und im folgenden Jahrhundert durch eine kleinere Form, den Golilla, ersetzt wurde.
Als Louis XVI an die Macht kam und die Mode seiner Zeit stark beeinflusste, verschwand der Kragen vorerst. Die damals so beliebten Perücken - auch Allongeperücken genannt - waren so lang, dass sie den Kragen unter sich verdeckten. Daher wurden sie durch kleine kragenähnliche Halstücher ersetzt.

Erst in der Biedermeierzeit kam der Kragen zurück, und nun auch endlich als Hemdkragen. Der Vatermörder ist ein Stehkragen und dem heutigen Kläppchenkragen, welcher zum Smoking und zum Frack getragen wird, sehr ähnlich. Die Wortherkunft des Vatermörders ist, wie oft in der Etymologie von Kleidung, ein großes Missverständnis. Dieser Stehkragen kommt ursprünglich aus Frankreich und wurde dort "parasite" genannt. Dies bedeutet so viel wie Mitesser und wurde durch die vielen Essensreste begründet, die am Kragen hängen blieben, da er bis zu den Wangen reichte. Aus parasite wurde durch schlechtes deutsches Verständnis "parracide", was übersetzt Vatermörder heißt. Eine weitere Theorie besagt, die Bezeichnung des Hemdkragens käme durch die Geschichte eines Sohnes, der bei seiner Rückkehr den Vater umarmte, der hohe Kragen diesem ins Auge stach und so dessen Tod verursachte.

Aus diesem Vatermörder ergaben sich mit der Zeit die heutigen Hemdkragen.

Doch warum trägt man heute noch ein Hemd mit Kragen?

Im Grunde genommen hat der Hemdkragen vier Aufgaben, zwei optische und zwei praktische. Als erster praktischer Zweck ist das Verhindern von Schweiß im Nacken zu nennen. Der Hemdkragen hält Schweiß auf, der von den Haaren herunterläuft. Zudem hat der Kragen die Aufgabe, die Krawatte oder den Querbinder in seiner gebundenen Form zu stabilisieren und dafür zu sorgen, dass der jeweilige Knoten nicht aufgeht und der Binder in seiner Position bleibt.
Optisch gibt es zwei Gründe für einen Hemdkragen. Zum einen ist der Kragen die fundamentale Voraussetzung, elegant und erwachsen zu wirken. Zudem kann der Hemdkragen in seiner Vielseitigkeit den Herren in seiner Optik grundlegend beeinflussen, indem die Körper- und Gesichtsform durch die Kragenformen ausgeglichen oder betont werden können.

Hemdkragen und deren Grundlagen

Bei der Wahl eines Hemdes ist neben Stoff und Schnitt der Hemdkragen das wohl wichtigste Kriterium, denn der Rest des Outfits orientiert sich meist daran. Sowohl bei formellen Anlässen als auch im Geschäftsleben oder in der Freizeit kann dieser getragen werden.

Dass ein Stehkragen einen Querbinder benötigt und eine schmale Krawatte bei Haifischkragen merkwürdig aussieht, haben wir schon des Öfteren erwähnt und soll uns hier nicht weiter beschäftigen. Doch nicht nur die Krawatte oder die Fliege muss zum Kragen passen, sondern auch zum Beispiel der Pullover, ein Schal oder das Sakko. Doch nicht nur die anderen Kleidungsstücke sollten entsprechend gewählt werden - auch die Art gewisse Accessoires zu tragen, ist relevant. So kann bei einem legeren Hemdkragen ein gerade gefaltetes und damit streng wirkendes Einstecktuch nicht angebracht sein. Natürlich sollte auch der Krawattenknoten (Link) richtig gewählt werden.

Zu den Hemdkragen möchten wir daher ein paar grundlegende Sachen festhalten. Man würde sich zwar wünschen, man müsse diese Prinzipien nicht nennen, da sie jeder kennt. Leider sieht man aber viel zu oft No-Gos und Männer, die eher nach Kommunionskind als Gentleman ausschauen.

  • Als erstes muss gesagt werden, dass ein Hemdkragen, wenn er kein Stehkragen ist, heruntergeklappt werden muss. Ob man den Kragen bei einem Polohemd hochklappen kann, darüber lässt sich streiten, bei dem normalen Hemdkragen ist es aber ein sehr klares Nein. Zum Glück hat sich das in letzter Zeit immens verbessert, aber es gibt leider ab und zu noch das Bild des hochgelappten Hemdkragens. Ein Button Down Hemd wird immer an den entsprechenden Stellen zugeknöpft. Das Klappen sollte auch ordentlich gemacht werden. Ein Hemdkragen hat eine festgelegte und sofort erkennbare Linie, in der er einmal mittig gefaltet wird. Dabei sollte jedes Mal darauf geachtet werden, dass auch hinten alles korrekt umgeschlagen wurde.
  • Dies führt uns direkt zu dem zweiten Thema. Ein Hemd sollte nur gebügelt getragen werden. Und damit auch der Kragen. Kurz über den Hemdkragen zu bügeln kostet keine zehn Sekunden und ist für ein seriöses Auftreten unabdingbar.
  • Falls ein Sakko oder ein Pullover über dem Hemd getragen wird, so sollte der Hemdkragen nicht darüber liegen. Die Kragenspitzen werden unter dem Oberteil gesteckt. Ein Kragen über dem Sakko war in den 80ern zwar sehr beliebt, ist aber weder zeitgemäß, noch sieht es gut aus. Ein Button Down Hemd hat hier einen Vorteil: Es kann durch die geknöpften Kragenenden gar nicht über dem Sakko oder Pullover liegen.
  • Das Kombinieren von Hemd und Polohemd überlasst ihr bitte Chuck Bass. Zwei verschiedene Kragen, davon einer hochgeklappt, sehen lächerlich aus. Dieser Pseudo-Preppy-Style ist etwas für Kunstfiguren und Teenager ohne echtes Stilbewusstsein.
  • Wenn ein Querbinder oder eine Krawatte getragen wird, dann wird der Hemdkragen komplett geschlossen, das Hemd also bis einschließlich zum letzten Knopf zugeknöpft. Den letzten Knopf aufzulassen und die Krawatte zu lockern wirkt nicht cool, jung und lässig, sondern eher faul, unordentlich und schludrig. Wenn ein langer Arbeitstag hinter euch liegt, wartet zumindest bis ihr aus dem Büro seid bevor ihr das Outfit lockert.
  • Falls allerdings kein Binder getragen wird, lassen wir bitte den obersten Knopf und damit den Hemdkragen auf. Anders sollten nicht mehr als zwei Knöpfe aufgemacht werden, es sei denn ihr tanzt gerade Tango, tragt ein schwarzes Hemd, habt eine rote Rose im Mund und wollt der ganzen Welt eure Brustbehaarung präsentieren.

Diese Grundlagen des Hemdkragens sind absolute Basics. Ob man zu einem Button Down Hemdkragen eine Krawatte oder Fliege tragen sollte oder ob Kontrastkragen ein No-Go sind, werden wir noch diskutieren.

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