Wie funktioniert der Anzug? Eine Übersicht

Wie funktioniert der Anzug? Eine Übersicht

Der Anzug besteht grundsätzlich aus drei elementaren Grundteilen: Jackett, Weste und Hose, sowie seinen Vervollständigungen: HemdKrawatte oder SchleifeGürtel oder Hosenträger, eventuell Einstecktuch sowie einem Paar Schuhe mit Strümpfen.

Der Anzug - das Jackett

Das Jackett oder die Anzugsjacke ist bei allen Anlässen, so wie Abiball, Freizeit oder im Büro und Variationen des Anzuges, so wie bei dem Smoking, Frack oder Cutaway, stets das wesentliche Merkmal, das den meisten Veränderungen unterliegt. Es ist das elementarste Stück eines guten Anzuges und kann in vielerlei Hinsicht variiert werden. Knöpfe können einreihig, zweireihig oder im raffinierten 2-roll-3 angeordnet werden. Das Revers kann je nach Förmlichkeit steigend oder fallend gestaltet werden. Die Rückseite des Jacketts kann mit keinem, einem oder zwei Rückenschlitzen gestaltet werden. Letzteres lässt es zu, die Hände lässig in die Hosentaschen zu stecken, ist jedoch formloser. Jacketts mit zwei Knopfreihen verfügen zumeist über zwei Rückenschlitze, einreihige Anzugsjacken über lediglich einen. Ebenso können Taschen mit oder ohne Patte (Klappe) gestaltet werden.

Neben diesen eher technischen Gestaltungsmöglichkeiten des Jacketts gibt es noch die grundsätzlichen Entscheidungen wie Stoff und Farbe beim Anzug zu entscheiden: Ein Anzug ist meistens aus blauen oder grauen, heute zunehmend auch schwarzen Stoffen gefertigt. Bezüglich des Materials gibt es eine endlose Auswahl an Stoffen wie Flanell die einen im Winter behaglich warm halten ebenso, wie kühlende Sommerstoffe aus feinster Schurwolle oder Seide. Letztere sind so leicht und angenehm gesponnen dass man ihr Tragen auch im Sommer kaum bemerkt, ja sie sogar kühlend wirken. Grundsätzlich sollte man darauf achten, beim Anzug wenigstens reine Schurwolle zu wählen. Diese wurde nach der Schur zum ersten Mal zum Garn gesponnen und verwebt. „Reine Wolle“ auf einem Etikett ist meistens der Hinweis darauf, dass dieser Stoff aus alten Stoffresten und –fasern recycelt wurde. Weitere Möglichkeiten für den Anzug sind Mohair oder Kaschmirwolle. Alle Stoffe findet man in zahlreichen Webarten wie Popeline, Hahnentritt oder Oxford. Bezüglich der Farben gibt es ebenso eine schier unüberschaubare Auswahl. Verliert man den Überblick, so gilt wie bei so vielem im Leben, sich an den Grundsätzen zu orientieren - wie beim Anzug. Im Geschäftsbereich sollte man stets ein dunkles grau oder blau tragen, schwarz oder braun sind tabu. Generell gibt es die Diskussion, ob der der schwarze Anzug im Büro getragen werden darf, nur in Deutschland. Andere Länder mit Tradition in der Herrenbekleidung wie Italien oder England führen diese gar nicht. Unserer Meinung und all jener Freunde des klassischen Gentleman Wissens nach, ist es jedoch eindeutig der schwarze Anzug, denn er gehört nur am Abend getragen. Weiterhin ist er für Beerdigungen und Jazz-Sänger d’accord. Der braune Anzug ist eine Möglichkeit für den ländlichen Bereich, Du solltest ihn ohne fundierte Kenntnisse eher meiden. Dazu sei auch ganz wertungslos der britische Ausspruch genannt: „brown is for farmers“.

Der Anzug - die Weste

Ein vollständiger Anzug besteht aus drei Teilen. Nachdem wir das Jackett bereits eingehender beleuchtet haben sowie ein paar grundsätzliche Fragen erörtert haben, ist zur Weste vor allem zu sagen, dass sie bei einem Anzug aus demselben Stoff wie das Jackett bestehen sollte. Raffinierte Kombinationen sind etwas für den Freizeitbereich und können nicht mehr als Anzug definiert werden. Wenn Du also vorhast eine Weste zu Deinem Anzug zu tragen, empfehlen wir, diese zusammen mit allen anderen Teilen aus demselben Stoff zu schneidern. Obwohl sie heute weniger getragen wird, so war sie doch über Jahrhunderte ein essentieller Bestandteil des Anzugs. Ihre Rückseite war zumeist lediglich aus Futterstoffen gefertigt, weswegen es als außergewöhnlich unhöflich empfunden wurde das Jackett abzulegen und somit die ungeschneiderte Rückseite offenzulegen. Es sei ebenso bemerkt dass der unterste Knopf stets geöffnet bleiben sollte, eine Regel die aus England von Eduard VII stammt: Er war einst zu stämmig gebaut um den letzten Knopf je schließen zu können.

Die Hose des Anzugs

Die Hose sollte ebenso wie die Weste aus demselben Stoff geschneidert sein wie die vorherigen zwei Teile des Anzugs. Alle Anzughosen besitzen zunächst eine sogenannte Bügelfalte, die mittig am Bein herunterläuft. Zudem gibt es noch die Möglichkeit, die Hose nach eigenen Wünschen zu gestalten indem man ihr Bundfalten hinzufügt. Diese Falten am Bund ermöglichen einen bequemeren Sitz der Hose. Hosen für den Smoking besitzen obendrein einen Galon, den sogenannten Besatzstreifen, der aus Seide gefertigt ist und als Streifen einmal an der Außenseite des Hosenbeines entlangführt.

Das Hemd beim Anzug

Ebenso wie bei dem Anzug kann man bei Hemden auf eine weite Auswahl an Stoffen zurückgreifen. Am beliebtesten ist hierbei der Popeline Stoff der im 21. Jahrhundert die Allzweckwaffe des Anzugträgers darstellt. Ob Twill, Batist, Flanell, Seide, Kashmir, Oxford, Royal Oxford oder Leinen - den verschiedenen Auswahlmöglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt, bezüglich Farben erst recht nicht. Dies macht es so schwer eine schöne Anzugkombination herzustellen. Ist das Jackett zunächst der Hauptblickfang auf den sich der erste Blick richtet, so ist das Hemd der dahinterliegende Hintergrund. Ist er nicht gut gewählt, stimmt die gesamte Kombination nicht. Bei Hemden sind die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale weiterhin die Kragenform sowie die Manschette. Ist es heutzutage nahezu flächendeckend üblich geworden, s.g. Sportmanschetten zu benutzen, hat man durch das Tragen von Umschlagmanschetten mit Manschettenknöpfen die Möglichkeit auch hier überraschende Farbakzente zu legen oder schlicht seinen Geschmack und Eleganz zu beweisen. Bitte achtet stets darauf, wenn Ihr einen Anzug tragt, die Manschette 2cm aus dem Jackettärmel herausragt. Es gibt kaum etwas fürchterlicheres als Jackettärmel die mit dem Daumenknöchel abschließen. Solche Fehler wird man Dir höchstens bis zum 12. Lebensjahr durchgehen lassen und wirken schlicht jungenhaft. Du solltest dich außerdem einmal über auswechselbare Kragen informieren. Diese werden je nach Anlass, auf das Hemd ganz einfach aufgeknöpft. Somit kann man dasselbe Hemd ohne Problem mit Kent–, Hafisch– oder Tab-Kragegn benutzen. Wie Du Dir vielleicht schon selbst gedacht hast, kommt hierher auch das bekannte dunkelblaue Hemd mit weißem Kontrastkragen, welches man so oft an einem Anzug im Geschäftsbereich antrifft. Es hat seinen Ursprung daher, dass man vor der Massenfertigungsindustrie des vergangenen Jahrhunderts schlicht keine Möglichkeit hatte, Kragen in dutzenden Farben zu besitzen und somit alle Kragen weiß waren. Da diese Wechselkragen leider auf dem Festland in Europa so gut wie ausgestorben sind, muss man diese zum Reinigen und Stärken zumeist an traditionelle Reinigungen in England schicken.

Der Binder zum Anzug

Der Binder, sei es eine Krawatte oder ein Querbinder, ist für jeden Anlass ebenso essentiell für den vollständigen Anzug wie jedes andere Element auch. Ist es heutzutage schon fast üblich geworden bei Freizeitveranstaltungen keine Krawatte oder keine Schleife mehr zu tragen, gibt es kein Accessoires das dem gesamten Auftreten des Herren eine derartige Eleganz verleihen kann. Eine schön gebundene Schleife ist unserer Meinung nach das wesentlichste Accessoire des Gentleman. Dennoch sind Krawatten heutzutage wesentlich üblicher als sie es früher noch waren.  Aber auch bei Krawatten und Schleifen sind grenzenlose Variationen möglich: es gibt Seidenstoffe, Grenadine-, Baumwoll- oder Kaschmirvarianten, die je nach Anlass fantastisch die Eleganz und Stilsicherheit des Herren unterstreichen können. Passend zur Krawatte oder Schleife kann man in die linke Brusttasche des Anzuges zusätzlich ein feines Seiden- oder Baumwolltuch falten. Dieses so genannte Einstecktuch kann – ist es gut gewählt – das stilvolle Auftreten des Herren absolut abrunden. Dies ist eine Kunst die man zumeist allmählich beherrscht und leider immer seltener wird.

Eine schön gebundene Schleife überzeugt immer!

Gürtel oder Hosenträger beim Anzug?

Eine weitere elementare Frage des Anzuges ist, ob man Gürtel oder Hosenträger wählt. Beschwörte seinerzeit Konrad Adenauer noch stets, dass der Hosenträger seine Hose zu jeder Zeit – insbesondere beim Boccia Spielen – ideal hielt, so ist diese Erscheinung heutzutage nur noch selten zu beobachten. Während man mit einem klassischen Gürtel mit silberner oder goldener Schnalle und braunem oder schwarzem Leder kaum etwas falsch machen kann, ist die Frage nach den richtigen Hosenträgern beim Anzug bereits wesentlich schwieriger. Zunächst weil es sie ebenfalls in zahlreichen, wunderschönen Farb- und Tonkombinationen zu kaufen gibt. Zudem weil es grundsätzlich die Möglichkeit gibt, diese per Clip oder Lederschlaue zu befestigen. Die Variation der Clips ist heute die beliebteste weil einfachste. Große Modehäuser für den jungen Herren von heute bieten immer gerne möglichst dünne Clipmodelle an, welche sie als klassische Mode verkaufen. Wahrhaft klassisch sind jedoch ausschließlich die mit Lederschlaufen befestigte Hosenträger, für deren Befestigung es vorgenähte Knöpfe am Hosenbund der Hose des Anzugs bedarf. Heutzutage leider selten zu sehen da dies meist nur Maßschneider auf Wunsch anbringen.

Der unterste Teil des Anzugs: Strümpfe, Socken und Schuhe

Zu der Frage „Strümpfe und Schuhe“ sei zunächst der Unterschied zwischen Strumpf und Socke erläutert. Socken sind meist knöchellange Kleidungsstücke für die Füße. Ursprünglich ist diese verkürzte Form lediglich für Sportveranstaltungen wie Golf oder Tennis gedacht. Für einen Anzug bedarf es jedoch eindeutig ordentlicher Strümpfe, die bis zum Knie reichen. Hierzu sei auch der Ausspruch „Jungen tragen Socken, Herren tragen Strümpfe“ erwähnt. Es gibt kaum etwas würdeloseres als einen Geschäftsmann oder Berater, der in seiner gesamten Selbstsicherheit die Beine übereinander schlägt und dabei aufgrund kurzer Socken sein blankes Bein präsentiert. Bitte mache es besser.

Um unseren ausführlicheren Beiträgen zu Schuhen nicht zu sehr vorzugreifen, sei hier lediglich erwähnt: Grundsätzlich gibt es braune und schwarze Schuhe. Dies sind die Grundlagen. Es gibt selbstverständlich eine Bandbreit an meisterhaft gestalteten Schuhen auch in zahlreichen Farben, gerade aus England. Für einen schönen Anzug sollte man sich jedoch auf die beiden Grundfarben konzentrieren, was nicht bedeuten muss, dass man nicht einen ausgefallenen Full-Brogue Oxford in zartem dunkelbraunen Cognac tragen darf oder die Auswahl langweilig aussehen muss. Im Gegenteil.

Wir hoffen dieser Artikel gibt Euch einen ersten Einblick in die Welt des Anzuges und hat Euch dazu inspiriert, weitere Informationen einzuholen. Es sei Euch versprochen: Dies ist lediglich ein winziger Abriss zum Thema Anzug.

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